Förster vs. SCR 68:65
Kraftförster gegen das Gelbe Ballett
Jede Liga hat seine speziellen Partien: Dortmund - Schalke, Boston - Lakers, Real - Barcelona und eben auch Förster - Ballett.
Doch wer diese Namen nicht kennt und einfach nur BG West 2 - SCR Wedel 4 auf dem Spielplan sieht, der kann nur schwer erahnen das es sich hierbei um "El Classico" der Stadtliga handelt, der immer nahezu alle Facetten des Basketballs abdeckt. Auch nur so kann man sich erklären, dass zwar namentlich angesetzte Schiedsrichter vor Ort waren, die aber leider komplett überfordert waren und am Ende sogar noch davon überzeugt waren, das Spiel am Ende beruhigt zu haben und eine gute Leistung gezeigt zu haben. Diese Einschätzung teilten jedoch weder Spieler noch Zuschauer, die zahlreich aus dem fernen Wedel mit angereist waren.
Die Ausgangslage war klar: die Förster mussten gewinnen um den Anschluss an die Tabellenspitze nicht zu verlieren, die Risters mussten nach vier verlorenen Spielen endlich den ersten Sieg einfahren. Ein Blick auf die Ergebnisse zeigte, dass das gelbe Ballett bisher noch nicht über 63 Punkte in einem Spiel hinaus gekommen ist. Somit wurde vor der Partie die Ansage gewagt, wer hier 65 Punkte macht gewinnt das Spiel.
Der erste Nackenschlag erfolgte dann kurz vor Spielbeginn: Bex konnte leider nicht mitspielen, weil er Krankentransporte durchführen musste (bei dieser Gelegenheit: gute Besserung). Da er aber wohlerzogen und mit dem entsprechendem Verantwortungsbewusstsein ausgestattet ist, hat er sowohl die Trikots als auch eine Kiste Bier vorbeigebracht. Da wir aber mit Stefan einen neuen Spieler verpflichten konnten, hatten wir glücklicherweise eine Alternative für Bex. Wobei man sagen muss, dass es sich hierbei noch um die berühmte Katze im Sack handelte, weil dies das erste Spiel von Stefan im Trikot der Förster war und keiner, wahrscheinlich nicht mal er selber, wusste, wie er sich nach zehn Jahren Basketball Abstinenz im Spiel einbringen kann.
Soviel sei hier gesagt: er hat seine Sache ganz ordentlich gemacht. Angekündigt als deutscher Dennis Rodman kann man durchaus sagen, dass eine Menge Ähnlichkeit mit dem wohl berühmtesten Abräumer aus unserer Schwesterliga besteht. Und das nicht auf das Aussehen bezogen, sondern auf die zusätzliche Power die er mit einbringt.
Zu Beginn des Spiels musste er aber erst mal auf der vollen Bank Platz nehmen. Das erste Viertel könnte man eher als abtasten bewerten, denn mit 15:13 entsprach das auch genau dem basketballerischen Leckerbissen, der vorher erwartet wurde. Wobei das Abtasten hier auch schon in Richtung Schiedsrichter ging.
Im zweiten Abschnitt wurde dann der Grundstein für den späteren Sieg gelegt. Mit 28:10 konnten wir uns entscheidend absetzen. Neben einer bemerkenswerten Souveränität von der Linie (10 von 12 FW) und 4 3ern, fühlten sich die Rister auch durch die diskutablen Schiedsrichterleistungen benachteiligt. Offen für den Dialog wurde das dann auch besprochen, so dass in Folge zwei technische, ein disqualifizierendes und ein absichtliches Foul auf der Habenseite verbucht wurden.
In der Halbzeitpause hatten wir dann ein kleines 20 Punkte Polster, was es zu halten galt. Die Kenntnis um unsere Stärke im dritten Viertel und die der Schiedsrichter, machte uns allen ein wenig Sorge und ließ Philip zu einem fast philosophischen Satz hinreißen. Der hatte irgendwas zu tun mit weiter konzentriert spielen, dann haben wir Spaß aber nicht nur zum Spaß spielen, weil dann spielen wir schlecht. Oder so ähnlich.
Verstanden hatten ihn alle, umgesetzt hat ihn keiner. So ging dann das dritte Viertel mit 17:26 an das gelbe Ballett. Wie erwartet konnte man sich auf die Unstetigkeit der Schiris verlassen, die nun Pfiffe nahmen, die sie die ganze Zeit noch nicht genommen hatten. Lustigerweise gab's dann noch ein technisches Foul für Philip, weil er irgendwas gesagt haben soll, was der Schiri aber auch nicht verstanden hat. Schlecht fürs Spiel, gut für die Kisteliste.
Das vierte Viertel wurde dann gefühlt noch schlechter. Das komplett zerfahrene Viertel wurde mit 8:16 abgeschenkt. Das wir am Ende noch drei Punkte mehr auf der Habenseite hatten, ist vielleicht nur dadurch zu erklären, dass unsere Fans bis zum Ende in der Halle blieben und die Hälfte des Wedeler Anhangs bereits vorzeitig schon verschwunden war….
Viertel: 15:13; 28:10; 17:26; 8:16 HZ: 43:23; Endstand 68:65
[Spielstatistik]
[Saisonstatistik]